Kennst du diese Geschichte: Eine Mutter läuft mit ihrem verstorbenen Kind voller Trauer durchs Dorf und fleht alle an, ihr Medizin für das tote Kind zu geben. Ein Bewohner bringt sie zu Buddha, den sie ebenfalls um Medizin bittet. Er verspricht zu helfen und sagt ihr, dass er Senfkörner braucht, aber Körner aus einer Familie, in dem keine geliebten Menschen verstorben sind. Die Frau klingelte an vielen Türen, doch sie fand keine entsprechende Familie. Schließlich merkte sie, dass sie mit ihrem Leid nicht alleine ist und dass alle Menschen irgendwann sterben. Sie war also nicht alleine mit ihrem Leid und beschloss für sich, anderen zu helfen, genau dieses Leid auch überwinden zu lernen.
Das meinen Buddhisten auch mit Erleuchtung und dem absoluten Glück.
Auch ich hatte schon viele Phasen im Leben, in dem ich nur Leid für mich sah und wenn ich in diesem alleine für mich gefangen blieb, verschlimmerte es sich eigentlich nur. Kontakte und Gespräche mit anderen, den Austausch darüber, dass und welche Sorgen in meinem Umfeld vorhanden sind, halfen mir, meinen Kummer in einem anderen Licht zu sehen. Durch meinen buddhistischen Background, dass jedes Leben 1. wertvoll und 2. unendlich ist, konnte ich mich häufig von „außen“ betrachten und so relativierte sich schon Einiges. Durch mein Outing habe ich schon viele Herzen erreicht und wieder Lebensfreude für mich gefunden, weil ich andere mit meinen Geschichten und Erlebnissen ermutigen konnte oder sich diese von mir verstanden fühlten. Der Nachschub reißt übrigens nie ab! Diese Erkenntnis lässt sich mit mehr Humor und Zuversicht tragen- und mit dem Ziel, vielleicht hin- und wieder ein bisschen Mut zu verbreiten.
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Foto: Dieter Steger




